Nicht nur ‚schwarzer Block‘ – Eskalation und verzerrte Perspektive in Hongkong

Die Entwicklung der Bewegung in Hongkong bis Anfang September wurde in einem früheren Posting beschrieben. Dies ist ein Update. Während sich die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Protestierenden in Hongkong weiter zuspitzen, ist es die tägliche Praxis von Austausch, Organisierung und Solidarität – mit allen ihren Widersprüchen –, welche die Stärke der Bewegung ausmacht.

Wirtschaftliche Zugeständnisse in Reaktion auf die Bewegung in Hongkong?

Die Regierung Hongkongs setzt bisher vor allem auf repressive Maßnahmen gegen die Massenbewegung, aber kürzlich haben chinesische Staatsmedien begonnen, eine Änderung der Wohnungspolitik der Stadt zu fordern – möglicherweise ein erstes Zeichen für wirtschaftliche Zugeständnisse in Reaktion auf den Druck ‚von unten‘.

Radiointerview zur aufständischen Bewegung in Hongkong

Radio Corax aus Halle veröffentlichte am 26. September 2019 ein Interview mit Ralf Ruckus und kommentierte: "Seit Februar dieses Jahres ist Hongkong kaum zur Ruhe gekommen. Eine große Massenbewegung richtet sich gegen den zunehmenden chinesischen Einfluss wie gegen die Hongkonger Regierung gleichermaßen. Die Bewegung ist in ihrer Ausrichtung widersprüchlich - gleichzeitig verbirgt sich dahinter eine soziale Konfliktlage." – Das Interview auf freie-radios.net

Außer Kontrolle – Hongkongs aufständische Bewegung und die Linke

Dieser Beitrag ist das Ergebnis jüngster Diskussionen mit Protestierenden und linken Aktivisten in Hongkong. Er gibt einen kurzen Überblick über die eskalierte Konfrontation und behauptet, dass das weitgehende Wegschauen der globalen Linken ein Fehler ist. Die Bewegung fordert trotz ihrer Beschränkungen das rechte Regime der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ernsthaft heraus und könnte der Auftakt sein für weitere Kämpfe gegen die kapitalistischen Verhältnisse in Hongkong, der Volksrepublik China und anderswo.

Repression in China: Verhaftet, verhört, verschwunden

Die WOZ veröffentlichte Anfang August 2019 einen Beitrag von Ralf Ruckus zur Repressionswelle gegen Unterstützer und Unterstützerinnen von Arbeiterorganisierung und -protesten in der Volksrepublik China. Das KPCh-Regime, unter Druck wegen der Schwächung der Wirtschaft und den anhaltenden Sozialprotesten, ist in den letzten Jahren auch verstärkt gegen die chinesische Linke vorgegangen: https://www.woz.ch/1932/repression-in-china/verhaftet-verhoert-verschwunden

Tian’anmen 1989: Der Aufstand gegen die rote Bourgeoisie

Bis heute versucht das chinesische Regime, die gegen die Kommunistische Partei gerichteten Proteste 1989 aus dem öffentlichen Gedächtnis zu löschen. Sie fürchtet, dass ein Aufarbeitung der Ereignisse ihre Legitimität in der Bevölkerung untergraben könnte. Die Parteiführung setzte damals die sog. Volksbefreiungsarmee gegen die städtischen Massendemonstrationen ein, um eine weitere Ausbreitung der Bewegung, an der viele Arbeiter und Arbeiterinnen teilnahmen, zu verhindern. Ein Beitrag von Ralf Ruckus in der WOZ von Ende Mai 2019: https://www.woz.ch/1922/dreissig-jahre-tiananmen/der-aufstand-gegen-die-rote-bourgeoisie